An jedem ersten Sams­tag im Juni fin­det der Tag der Organ­spen­de statt – auch als Tag der Organ­spen­der bekannt. An die­sem Tag – wie auch an jedem ande­ren – lie­gen Leben und Tod so nah bei­ein­an­der. Men­schen ster­ben und spen­den tod­kran­ken Men­schen ihre Orga­ne zum Über­le­ben. Doch vie­le Men­schen auf den stän­dig län­ger wer­den­den War­te­li­sten haben nicht die Chan­ce auf eine recht­zei­ti­ge Trans­plan­ta­ti­on und ster­ben, da für sie kein pas­sen­des Organ zur Ver­fü­gung steht.
In 2020 spen­de­ten 913 Men­schen ins­ge­samt 2.941 Orga­ne. Damit ist die Zahl der Spen­der im Ver­gleich zum Vor­jahr rück­läu­fig. [1]https://www.dso.de/DSO-Infografiken/Entnommene%20und%20transplantierte%20Organe.png[2]https://www.dso.de/DSO-Infografiken/Organspender.png Meh­re­re tau­send Men­schen war­ten wei­ter­hin auf ein oder meh­re­re Orga­ne, wäh­rend sie ver­su­chen mit The­ra­pien die Zeit bis zu einer Trans­plan­ta­ti­on zu über­brücken und so zu überleben.

Unser Bei­leid gilt den Hin­ter­blie­be­nen der 767 in 2020 ver­stor­be­nen Men­schen der War­te­li­ste, für sie blieb eine Organ­spen­de lei­der uner­reich­bar. [3]https://www.organspende-info.de/zahlen-und-fakten/statistiken.html

2020 wur­de zwar eine Refor­mie­rung zur Organ­spen­de vom Bun­des­tag beschlos­sen, doch damit ändert sich nichts an der Ent­schei­dungs­lö­sung. Dazu muss die Bereit­schaft zur Organ­spen­de nach dem eige­nen Tod vor­her kund­ge­tan wer­den – zum Bei­spiel durch einen Organ­spen­de­aus­weis. Ein Ziel der Reform ist die Regi­strie­rung der per­sön­li­chen Ent­schei­dung für oder gegen eine Organ­spen­de. Auch bei Aus­weis­stel­len kön­nen dann Organ­spen­de-Erklä­run­gen abge­ge­ben wer­den. Außer­dem soll ein bun­des­wei­tes Online­re­gi­ster auf­ge­baut wer­den. Die Refor­mie­rung besagt wei­ter­hin, dass zukünf­tig regel­mä­ßi­ger nach­ge­fragt wer­den soll, ob Men­schen zur Organ­spen­de bereit wären. Haus­ärz­te wer­den nun hof­fent­lich regel­mä­ßig über Organ- und Gewe­be­spen­den infor­mie­ren und auf­klä­ren. Die Organ- und Gewe­be­spen­de soll dazu ver­stärkt in der ärzt­li­chen Aus­bil­dung gelehrt wer­den. Das Grund­wis­sen dar­über wird eben­falls Bestand­teil bei dem not­wen­di­gen Erste-Hil­fe-Kurs zur Füh­rer­schein­prü­fung wer­den. In Kraft tre­ten wird die Reform ver­mut­lich im Okto­ber 2022. [4]https://www.organspende-info.de/aktuelles/nachrichten/organspende-wird-reformiert-bundestag-beschliesst-entscheidungsloesung.html

Ob sich die Spen­de­be­reit­schaft durch die Reform tat­säch­lich erhö­hen wird, bleibt zu hoffen!