Allgemein Drogenpolitik

Pira­ten­par­tei für einen Wan­del im Umgang mit Can­na­bis auch in Deutschland

Vor­ge­stern teil­te der Gene­ral­staats­an­walt der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka, Eric Hol­der, den Staa­ten Colo­ra­do und Washing­ton mit, dass sie die per Volks­ab­stim­mung beschlos­se­ne Regu­lie­rung inklu­si­ve der Schaf­fung eines gere­gel­ten, lega­len Mark­tes für Can­na­bis unter Beach­tung des Jugend­schut­zes umset­zen dür­fen. Damit wird in die­sen bei­den US-Bun­des­staa­ten die Pro­hi­bi­ti­on von Can­na­bis beendet.

Ema­nu­el Kotzian

Hier­zu erklärt Ema­nu­el Kot­zi­an, dro­gen­po­li­ti­scher Exper­te und Spit­zen­kan­di­dat zum Baye­ri­schen Land­tag: »Mit der Ent­schei­dung kapi­tu­lie­ren die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka bedin­gungs­los an der Can­na­bis­front des erklär­ten ›War on Drugs‹. Die ame­ri­ka­ni­sche Pro­hi­bi­ti­on in Sachen Can­na­bis ist geschei­tert und been­det. Damit ent­fällt auch das zuletzt von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel vor­ge­brach­te Argu­ment gegen die Lega­li­sie­rung von Can­na­bis in Deutsch­land, wonach sich Deutsch­land inter­na­tio­nal und ins­be­son­de­re gegen­über den Ver­ei­nig­ten Staa­ten in der Ver­trags­pflicht befin­de und Can­na­bis somit nicht lega­li­siert wer­den kann. Wir for­dern daher Kanz­le­rin Mer­kel auf, sich sofort zu erklä­ren und noch vor der Wahl die Initia­ti­ve zur Regu­lie­rung des Can­na­bis­mark­tes in Deutsch­land zu ergrei­fen. Ger­ne wer­den wir Ihr bei der Ein­füh­rung eines Can­na­bis-Sozi­al-Club-Modells nach spa­ni­schem Vor­bild oder eines Cof­fee­shop-Modells nach nie­der­län­di­schem Muster behilf­lich sein.«

Dirk Hen­rich, Koor­di­na­tor der AG Dro­gen- und Sucht­po­li­tik der Pira­ten­par­tei, fügt hin­zu: »End­lich erken­nen die Ver­ei­nig­ten Staa­ten das Schei­tern der Ver­bots­po­li­tik und zie­hen die ein­zig rich­ti­ge Kon­se­quenz: den Ein­stieg in den Aus­stieg. Die USA schlie­ßen sich damit einer gan­zen Rei­he von Staa­ten an, die dies eben­falls erkannt haben. Den­noch: Es ist nur ein erster Schritt. Der Bun­des­re­gie­rung rufe ich zu: Schlie­ßen Sie sich die­sem Schritt an und beschrei­ten Sie mutig den Weg zur voll­stän­di­gen Ent­kri­mi­na­li­sie­rung aller Dro­gen­kon­su­men­ten. Gehen Sie bei die­sem wich­ti­gen The­ma vor­an und set­zen Sie Zei­chen für die Men­schen und gegen orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät!«

Die Pira­ten­par­tei for­dert in ihrem Wahl­pro­gramm die kom­plet­te Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von Dro­gen­kon­su­men­ten [4]. Die frei­wer­den­den Mit­tel sol­len in ver­bes­ser­te Prä­ven­ti­ons­ar­beit und The­ra­pie­an­ge­bo­te inve­stiert wer­den. Per­spek­ti­visch muss ein lega­ler, regu­lier­ter Markt geschaf­fen wer­den, um der orga­ni­sier­ten Kri­mi­na­li­tät wirk­sam zu begegnen.

Quel­len:
[1] http://www.justice.gov/iso/opa/resources/3052013829132756857467.pdf
[2] http://www.washingtonpost.com/national/health-science/obama-administration-will-not-preempt-state-marijuana-laws–for-now/2013/08/29/b725bfd8-10bd-11e3-8cdd-bcdc09410972_story.html?tid=pm_pop
[3] http://www.kandidaten2013.de/?_escaped_fragment_=Emanuel%20Kotzian#!Emanuel%20Kotzian
[4] http://wiki.piratenpartei.de/Wahlen/Bund/2013/Wahlprogramm